Wie Ashram mein Leben veränderte

Die Story dahinter:

Seit 1974 empfängt Ashram Gäste für ein einwöchiges Retreat, bei dem gesundes und bewusstes Essen sowie erholsame Übungen in einer ruhigen, einladenden Umgebung im Mittelpunkt stehen. Nach einem Besuch, so sagen viele, wird sich dein Körper, dein Geist und deine Seele verändern.

 

Der Plan:

Unsere Reise begann im Jahr 2011 in Yeotown, einem Retreat in Devon, England. Die Besitzer des Retreats haben sich ebenfalls vom Ashram inspirieren lassen und uns begeistert davon erzählt. Sie haben uns Ashram als nächsten Schritt in unserer Selbstfindungsphase empfohlen. Meine jüngste Schwester Charlotte hat die Sache schließlich in die eigene Hand genommen und kurze Zeit später Flüge nach Los Angeles gebucht. Wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde.

 

Vorbereitungen:

Zwei Wochen vor der Abreise schlug Charlotte vor, unsere Ernährung umzustellen und auf Fleisch, Milchprodukte und Kaffee zu verzichten. Den Kaffee runterzufahren war für mich am schwierigsten. Ich war 12 Stunden Arbeitstage gewohnt und wusste nicht, was Work-Life-Balance bedeutet. Kaffee war also mein bester Freund – mein Seelenverwandter. Ein Tag ohne Kaffee erschien mir zu der Zeit unmöglich.

 

Die Packliste:

Ich glaube im Nachhinein waren Kraft und Ausdauer am entscheidendsten, um die Woche durchzuhalten.  Etwas praktischer gedacht: Schichten, Schichten und noch mehr Schichten. Der Januar in Caabasas kann relativ kalt sein. Besonders am Morgen, wenn man in die Berge wandert, sollte man daher gut eingepackt sein. Im Laufe des Tages wird es allerdings immer heißer, sodass sich das Zwiebelprinzip bewährt hat.

Was ich nach 6 Jahren Ashram gelernt habe: qualitativ hochwertige Ausstattung ist das A und O. In meinem Fall ein guter Sports-Bra und eine high compression Sport-Leggins. Ich kann an dieser Stelle wirklich unsere KCA Compression-Leggins empfehlen, die Wassereinlagerungen entgegenwirken und die Durchblutung unterstützen. Leichte Sportschuhe sind außerdem definitiv schweren Wanderschuhen vorzuziehen. Glaubt mir – nach 4 oder 5 Stunden wandern, werdet ihr es nicht bereuen! Nehmt auf jeden Fall bereits eingelaufene Schuhe, um Blasen und Scherzen zu vermeiden.

Eine gute Sonnenbrille und eine Cap verhindern außerdem einen Sonnenstich in den Mittagsstunden – unser KCA Visor war tatsächlich durch Ashram Wanderungen in den Bergen inspiriert.

 

Ein typischer Tag im Ashram:

Der Tag startet um 5 Uhr morgens, was sich am Anfang tatsächlich etwas traumatisierend angefühlt hat und wie ein Schlag ins Gesicht war – vor allem nach dem Jetlag. Dann geht es weiter zu einer wunderschönen Yoga Halle, zu der man 50 Stufen bergaufwärts wandern muss.

Die erste Yoga Stunde des Tages weckt deinen ganzen Körper auf und macht dich startklar für den Rest des Tages. So sehr ich frühe Morgen-Work-Outs hasse, so großartig fühlt es sich hinterher immer an. Genau der richtige Kickstart in den Tag!

Das Frühstück wird sehr klein gehalten und ist Teil der reinigenden Diät, die im Ashram praktiziert wird. Alles ist organisch und aus dem eigenen Garten. Die kleinen Portionen lassen dich jeden Bissen genießen und du lernst jede Mahlzeit zu schätzen. Außerdem wir dir ein seltsam aussehender Grüner Saft angeboten, der wirklich furchtbar schmeckt, aber anscheinend umso gesünder ist und dich die Berge quasi hochfliegen lässt – oder das hat man uns immerhin erzählt.

Nach dem Frühstück haben wir uns alle um 8:00 Uhr getroffen und für die Wanderung fertig gemacht. Die Ashram Coaches – waschechte Carlifornische Surfer-Boys – statten dich dann mit Wanderstöcken aus, die dich während des Trails zu einer aufrechten Körperhaltung zwingen sollen.

Ich erinnere mich noch an meine erste Ashram Journey 2012, als ich mir gedacht habe: “WTF was mache ich hier eigentlich – ich will einfach nur zurück nach LA, einen Kaffee haben und chillen!”

Irgendwann fiel ich immer weiter zurück, während mir meine beiden jüngeren Schwestern weit voraus waren. Da habe ich gemert: jetzt oder nie! Ich muss es nach oben schaffen. Also habe ich mich zusammengerissen und alles gegeben – und nachdem der Grüne Smoothie vom Morgen endlich zu wirken anfieng, habe ich es geschafft meine Schwestern einzuholen und die Spitze des Berges zu erreichen. Das war  der Momente, in dem ich realisiert habe, dass ich alles schaffen kann, wenn ich nur will und alles gebe.

Die Wanderungen dauern normalerweise 4-5 Stunden, von denen es ca. 1 Stunde bergab geht. Allerdings sollte man sich nicht täuschen – Bergab zu wandern ist ebenfalls anstrengend und erfordert bei den unebenen und steinigen Wegen höchste Konzentration!

Während der Wanderungen gibt es zwei Pausen, die von jedem sehnsüchtig erwartet werden. Die erste besteht normalerweise aus drei Manedeln und einer Pflaume, die dier die Energie geben weitere 2 Stunden bergauf zu wandern. Das hört sich wahrscheinlich erst einmal seltsam an, aber im Endeffekt benötigt dein Körper sehr wenig Energiezufuhr und Zeit, um sich zu erholen und aufzutanken. Die zweite Pause ist oben auf dem Berg, wo man ein paar Scheiben Apfel mit Seesalz sowie eine geschnittene Banane und Kokusnuss-Wasser erhält, um die Elektrolyte wieder in Schwung zu bringen.

Auf dem Weg zurück zum Ashram schmerzt dein ganzer Körper und schreit “was verdammt hast du die letzten 6 Stunden mit mir angestellt?” Aber man ist so high von den ganzen Glückshormonen, dass man nicht aufhören kann zu grinsen.

Nach der Wanderung gibt es erst einmal eine Dusche und danach gehts auch schon zum Essen. Normalerweise gibt es auch hier leichte Kost wie zum Beispiel einen gesunden Salat oder Dienstags Tacos.  Das Ashram hat auch erst vor kurzem ein Kochbuch herausgebracht, das ich wirklich weiterempfehlen kann.

Wenn man Glück hat, kann man eine Stunde schlafen, bevor es mit drei weiteren Workouts weiter geht. Die Workouts am Nachmittag machen meistens echt Spaß. Zum Beispiel Wasser-Volleyball, TRX oder Crossfit. Außerdem bekommt man noch eine super Massage, die nach dem anstrengenden Tag echt gut tut.

Der Tag endet mit einer spirituellen und erholsamen Yoga-Stunde und einem gesundenn Abendessen. Um 20:00 Uhr fällt man total fertig, aber zufrieden ins Bett.

Ich erinnere mich noch während meines ersten Ahram Jahres 2012 daran, dass ich immer unter der Bettdecke heimlich meine Mails gecheckt habe, um meine Schwestern nicht aufzuwecken. Nach ein paar Tagen habe ich dann aber realisiert, dass jede Stunde Schlaf und Entspannung im Ashram benötigt werden, um deinen Körper wieder mit Energie aufzuladen und fit für den nächsten Tag zu sein. Das hat mir geholfen zu verstehen, was wirklich mit Work-Life Balance gemeint ist.

 

Was konntest du aus der Journey lernen?

Ich habe gelernt, dass meine Rolle als älteste Schwester nicht immer heißt, dass ich für alles verantwortlich bin und stark sein muss. Ich kann jetzt sagen, dass Ahsram eine der wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben war und dass ich dadurch angefangen habe, gesünder zu essen und zu leben. Es ist wichtig, deinen Körper zu wertschätzen und ihn zu pflegen. Ich hätte nie gedacht, dass ich es genießen kann, Sport zu treiben und mich gesund zu erhären. Workouts sind für mich heute essenziell und bedeuten, Zeit für mich selbst zu haben.

Ich bin Charlotte sehr dankbar dafür, dass sie diese Reise angeregt und organisiert hat. Das hat wirklich mein Leben verändert und wurde für uns Schwestern von 2012 an zur Tradition. Die Journey hat uns als Schwestern wirklich zusammengeschweißt und uns gezeigt, dass wir uns immer aufeinander verlassen können.

 

Kathrin Freier